Die Optimisten

Rebecca Makkai

Endlich ist es erschienen, dieses grandiose Buch, das es erlaubt, abzutauchen und alles um sich herum zu vergessen. Es hat eine so grosse Sogwirkung, dass eine Buchhändlerin die 600 Seiten gemäss Verlagsvertreter innerhalb einer Nacht durchgelesen hat.
Es ist der richtige Zeitpunkt für diesen Roman, denn er führt uns in eine Ära zurück, als viele Menschen an einem Virus erkrankten, dem sie schutzlos ausgeliefert waren – es war HIV bzw. AIDS. Und es war unbekannt und unerforscht.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt 1985 in Chicagos “Boys Town” mit der Beerdigung von Fionas Bruder Nico. Viele seiner Freunde und Freundinnen sind gekommen, viele davon sind bereits selbst infiziert, ohne es zu wissen. Die Eltern haben Nico verstossen, weil er homosexuell war. Yale, ein junger Galerist und enger Freund von Nico und Fiona, ist gesund, denn er und sein fester Freund Charlie haben es gewagt, den Test zu machen, er ist negativ. Im Freundeskreis ist man sich allerdings uneinig, ob der Test verlässlich ist. Es herrscht eine grosse Verunsicherung – die einen geniessen das Leben in “Boys Town” und versprühen grosse Lebensfreude, die anderen haben Angst vor der Krankheit und dem gesellschaftlichen Ausschluss. AIDS dezimiert den Freundeskreis und immer ist da Fiona, die die Kranken bis zum Tod begleitet.
Yale steht am Anfang einer grossen Karriere, denn Fionas Grosstante Nora verspricht ihm eine Schenkung einer Sammlung, die in Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Dort spielt auch die Handlung der zweiten Zeitebene: Fiona reist 2015 in die Hauptstadt Frankreichs, weil sie Hinweise hat, dass ihre untergetauchte Tochter Claire hier lebt. Fiona, die den Tod des Bruders und vieler ihrer Freunde nie verwunden hat, wird mit ihrer Vergangenheit noch einmal schmerzlich konfrontiert und ist gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen.
Gekonnt verknüpft Rebecca Makkai die verschiedenen Erzählstränge. Die Figuren beschreibt sie vielschichtig mit differenziertem Blick in deren Gedanken und Gefühle. Man bangt und hofft mit allen Figuren des Freundeskreises, dass ihr Schicksal eine gute Wende nimmt, auch wenn manche aus Verzweiflung Verrat begehen. Ebenso verbindet sie aber Hoffnung, Liebe und Solidarität.
Der Roman ist ein packend geschriebenes Lehrstück über das Menschsein in schwierigen Zeiten, dabei ohne Urteil, sodass seine Lektüre nicht erdrückend, sondern aufklärend ist.

Beatrix Stuber

Ullstein Eisele, 624 S., gebunden
ISBN 978-3-96161-077-8

CHF 34.90

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